„Wenn das Internet ausfällt, sind wir komplett offline – auch telefonisch." Dieser Einwand kommt fast in jedem Beratungsgespräch zur Cloud-Telefonie. Er ist berechtigt, verdient eine ehrliche Antwort – und lässt sich mit den richtigen Vorkehrungen weitgehend entschärfen.
Warum diese Sorge nachvollziehbar ist
Eine klassische Telefonanlage mit ISDN- oder Analog-Anschluss funktioniert unabhängig vom Internetzugang. Fällt das Internet aus, klingelt das Telefon trotzdem. Bei einer Cloud-Telefonanlage läuft die gesamte Sprachübertragung über das Internet – ein Totalausfall der Internetverbindung bedeutet also grundsätzlich auch einen Ausfall der Telefonie.
Das ist ein echter struktureller Unterschied, den man nicht kleinreden sollte. Die Frage ist aber: Wie wahrscheinlich ist ein solcher Ausfall wirklich – und was lässt sich dagegen tun?
Wie häufig sind Internetausfälle tatsächlich?
Bei einer stabilen Glasfaser- oder Kabelverbindung mit einem seriösen Provider sind komplette Ausfälle heute selten geworden – die durchschnittliche Verfügbarkeit liegt bei den meisten Business-Anschlüssen deutlich über 99 %. Kurzzeitige Störungen kommen vor, aber mehrstündige komplette Ausfälle sind die Ausnahme, nicht die Regel.
Zum Vergleich: Auch klassische Telefonanlagen sind nicht ausfallsicher – Hardware-Defekte, Stromausfälle oder Leitungsschäden können ebenso zum kompletten Ausfall führen. Der Unterschied liegt eher darin, welche Ausfallursachen jeweils relevant sind, nicht darin, dass eine Lösung grundsätzlich sicherer wäre als die andere.
Konkrete Absicherungsmöglichkeiten
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann mit überschaubarem Aufwand eine deutlich höhere Ausfallsicherheit erreichen:
Mobilfunk als Backup-Anbindung: Ein LTE- oder 5G-Router als Backup-Internetzugang übernimmt automatisch, wenn die Hauptleitung ausfällt. Viele moderne Business-Router unterstützen diesen automatischen Failover-Betrieb standardmäßig.
App-basierte Erreichbarkeit auf dem Smartphone: Da Cloud-Telefonanlagen wie Placetel auch über eine App auf dem Smartphone funktionieren, bleiben Mitarbeiter über die mobile Datenverbindung erreichbar, selbst wenn die Büro-Internetleitung komplett ausfällt.
Rufumleitung auf Mobilfunknummern: Für den Ausnahmefall lässt sich eine automatische Notfall-Weiterleitung auf Mobilfunknummern einrichten, die unabhängig von der Büro-Internetverbindung funktioniert.
Redundante Internetanbindung: Größere Unternehmen mit besonders hohen Anforderungen an Ausfallsicherheit setzen auf zwei komplett unabhängige Internetanbieter, die sich gegenseitig absichern.
Was Placetel selbst an Ausfallsicherheit bietet
Die Infrastruktur von Cloud-Telefonie-Anbietern wie Placetel läuft auf redundanten Servern in mehreren Rechenzentren. Ein Ausfall auf Seiten des Anbieters selbst ist damit deutlich unwahrscheinlicher als bei einer einzelnen lokalen Hardware-Anlage, die von einem einzigen physischen Gerät im eigenen Büro abhängt.
Das entscheidende Risiko liegt also weniger beim Anbieter selbst, sondern bei der eigenen Internetanbindung vor Ort – und genau dort lassen sich mit den oben genannten Maßnahmen die größten Verbesserungen erzielen.
Der ehrliche Vergleich beider Risiken
Bei einer klassischen Anlage drohen: Hardware-Defekte ohne verfügbare Ersatzteile, Stromausfälle im Gebäude, Leitungsschäden, veraltete Technik ohne Herstellersupport.
Bei einer Cloud-Anlage droht in erster Linie: ein Ausfall der lokalen Internetverbindung.
Beide Szenarien lassen sich durch Vorkehrungen abmildern – bei der klassischen Anlage durch Wartungsverträge und Ersatzgeräte, bei der Cloud-Lösung durch Backup-Internetzugänge und mobile Erreichbarkeit. Keine der beiden Lösungen ist zu hundert Prozent ausfallsicher, aber beide lassen sich mit vertretbarem Aufwand deutlich robuster gestalten.
Für wen ist Ausfallsicherheit besonders kritisch?
Nicht jedes Unternehmen hat dieselben Anforderungen an Ausfallsicherheit. Ein Handwerksbetrieb bei dem Anrufe auch über das Smartphone der Mitarbeiter abgewickelt werden, ist von einem Büro-Internetausfall deutlich weniger betroffen als eine Notfallpraxis oder ein Kundenservice-Center, bei dem ständige telefonische Erreichbarkeit geschäftskritisch ist.
Wer zur zweiten Gruppe gehört, sollte von Anfang an in eine redundante Absicherung investieren – der Mehraufwand dafür ist überschaubar im Vergleich zum Risiko eines längeren Erreichbarkeitsausfalls.
Wie man die eigene Internetqualität vorab einschätzt
Bevor man sich für eine Cloud-Telefonanlage entscheidet, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die eigene Internetanbindung. Wie oft kam es in der Vergangenheit tatsächlich zu Ausfällen? Wie stabil ist die Verbindung im Alltag, etwa bei Videokonferenzen oder größeren Datenübertragungen? Wer hier bereits regelmäßig Probleme feststellt, sollte vor dem Umstieg zunächst die Internetanbindung selbst verbessern – etwa durch einen Wechsel zu einem zuverlässigeren Provider oder ein Upgrade der Bandbreite.
Für die meisten Unternehmen mit einer modernen Glasfaser- oder Kabelanbindung ist das jedoch kein grundsätzliches Hindernis, sondern eher eine Frage der zusätzlichen Absicherung für den unwahrscheinlichen Ausnahmefall.
Die Kosten einer Backup-Lösung im Verhältnis zum Nutzen
Ein LTE-Router als Backup-Lösung kostet einmalig meist unter 200 € plus eine monatliche SIM-Karten-Gebühr im niedrigen zweistelligen Bereich. Verglichen mit dem potenziellen Schaden eines mehrstündigen kompletten Erreichbarkeitsausfalls – verpasste Aufträge, frustrierte Kunden, entgangene Umsätze – ist das eine überschaubare Investition, die sich für die meisten Unternehmen mit telefonieabhängigem Geschäft lohnt.
Fazit
Die Sorge vor Internetausfällen bei Cloud-Telefonie ist berechtigt, aber in der Praxis gut beherrschbar. Mit einer Mobilfunk-Backup-Lösung, der App-basierten Erreichbarkeit und einer durchdachten Notfall-Weiterleitung lässt sich eine Ausfallsicherheit erreichen, die der einer klassischen Anlage in nichts nachsteht – bei gleichzeitig deutlich mehr Flexibilität im Alltag.
Mehr zu den technischen Details und verfügbaren Absicherungsoptionen: Placetel Preise & Pakete
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